4. Schritt zwei: Suchbegriffe festlegen

Bevor Sie mit der Recherche beginnen, ist es sinnvoll und notwendig, sich verschiedene Suchbegriffe zurechtzulegen. Diese sollten verschiedene Aspekte Ihrer Arbeit abdecken. Fassen Sie die Begriffe dabei nicht zu eng, sondern verwenden Sie auch Wörter, die das Thema nur am Rande betreffen oder diesem übergeordnet sind. Umgekehrt sollten Sie sich aber auch überlegen, worum es in Ihrer Arbeit NICHT geht und welche Wörter Sie ausschließen können. Sicher fallen Ihnen zu Ihrem Thema viele Begriffe ein. Falls nicht, helfen Ihnen Handbücher, allgemeine und fachspezifische Lexika oder ein Synonymwörterbuch sowie der Thesaurus weiter.

Synonyme und verwandte Begriffe

Diese bedeutungsgleichen und bedeutungsähnlichen Wörter sollten Sie in Ihre Suche mit einbeziehen, da Ihr Thema unter Umständen mit diesen Begriffen beschrieben wird.

Homonyme

Wörter mit mehreren Bedeutungen (Homonyme) können auch zu unerwünschten Ergebnissen führen. Diese Wörter sollten Sie durch weitere Begriffe ergänzen. Beispielsweise finden Sie mit „Golf" nicht nur das Auto, sondern auch eine Meeresbucht oder die Sportart.

Singular und Plural

Suchmaschinen und Bibliothekskataloge suchen häufig nur die genaue Zeichenfolge. Sie sollten also daran denken, dass jedes Wort eine Singular- bzw. Pluralform hat und dass sich dadurch oft auch die Schreibweise ändert. Wer nach „Buch" sucht, findet keine „Bücher".

Suchbegriffe in anderen Sprachen

Nur ein kleiner Teil der relevanten Literatur ist in Deutsch geschrieben. Je nach Fach kann die Wissenschaftssprache auch Englisch oder Französisch sein. In vielen Fachdatenbanken ist die Suchsprache ebenfalls nicht deutsch, sondern meist englisch. Verwenden Sie deshalb auch fremdsprachige Fachbegriffe für die Suche oder nutzen Sie die Indizes, die ein Verzeichnis der Schlagwörter bzw. Suchbegriffe darstellen.

Verschiedene Schreibweisen

Für viele Begriffe, v.a. für Fachvokabular, gibt es oft mehrere Schreibweisen. Bedenken Sie dabei z.B. Groß- und Klein-, Getrennt- oder Zusammenschreibung, mit und ohne Akzent bzw. Bindestrich und vieles mehr. Diese Schreibvarianten sollten Sie bei der Suche unbedingt mit berücksichtigen. Bei Problemen mit der Rechtschreibung hilft ein Blick in den Duden oder in andere Wörterbücher.

Stichwort, Tag und Schlagwort

Für Sie ist es am Anfang wichtig, zu verstehen, was der Unterschied zwischen einem Schlagwort und einem Stichwort ist, denn Sie können die Wahl Ihrer Suchbegriffe daran ausrichten und somit ein besseres Suchergebnis erreichen.

Die Stichwortsuche erfolgt meist mit „natürlichem Vokabular", d.h. Sie können Begriffe verwenden, wie sie in Ihrer Alltagssprache vorkommen. Sie müssen dabei nicht auf Fachbegriffe o.ä. zurückgreifen.

Schlagworte dienen der Beschreibung des Inhalts eines Werkes und liefern Zusatzinformationen zu einem Werk und es handelt sich hier im Gegensatz zu den Stichwörtern um ein normiertes, kontrolliertes Vokabular. Die Schlagwörter werden systematisch vergeben und liegen einem Online-Katalog oder eine Datenbank zugrunde. Grundlage für die Beschlagwortung ist ein Regelwerk, das unter diesem Link aufgerufen werden kann.

In neueren Suchmaschinen und Literaturverwaltungsprogrammen wird auch häufig mit den sogenannten Tags gearbeitet. Tags sind Stichworte, die die Nutzer selbst vergeben. Im Gegenteil dazu werden Schlagwörter von einer Institution vergeben. Es gibt verschiedene Suchmaschinen, die eine tagbasierte Suche anbieten, dazu aber später mehr. Da den Tags kein einheitliches Regelwerk zugrundeliegt, können Sie praktisch jedes Wort verwenden und haben gute Chancen, etwas zu finden. Sie können die Begriffe auch beliebig kombinieren. Da Tags häufig auf Englisch vergeben werden, empfiehlt es sich, hier englische Begriffe anzuwenden. Der Nachteil beim Tagging liegt jedoch darin, dass Sie nicht alles, was zu einem Tag passen würde auch wirklich finden, deswegen sollte man sich nicht auf eine tagbasierte Suche beschränken.

Das waren ein paar grundlegende Tipps zur Vorbereitung Ihrer Suche. Nehmen Sie sich die Zeit und setzen Sie sich mit Papier und Stift hin, um Begriffe zu sammeln. Ihr Aufwand, diese Wörter zusammen zu tragen, lohnt sich auf jeden Fall (als Beispiel eine Begriffssammlung zum Thema „Handynutzung bei Jugendlichen"). Um diese zu strukturieren, können Sie ein Begriffsformular verwenden.