3. Informationskompetenz und andere Kompetenzen

Der Terminus Informationskompetenz (IK) lässt sich nicht trennscharf von anderen Kompetenzen abgrenzen. Verwandte Kompetenzen wie Bibliotheks-, Medien- oder Informatikkompetenz mit ihren ableitbaren individuellen Kenntnissen und Fähigkeiten sind Teilbereiche der Informationskompetenz und überschneiden sich mit ihr.

  • Bibliothekskompetenz beschränkt sich auf die Handhabung der spezifischen Informationsangebote und Besonderheiten der Informationssuche in einer Bibliothek (z.B. Die Suchkataloge einer Bibliothek). Sie hat im Vergleich zur IK eine Begrenzung auf einen Ort, d.h. sie beschränkt sich auf die Informationsrecherche in einer Bibliothek, ist also ein Teil der Informationskompetenz.
  • Medienkompetenz beschreibt die Fähigkeit, kompetent Medien und deren Zusammenwirken zu begreifen, übergreifende und spezifische Strukturen wahrzunehmen sowie Medieninhalte analysieren, bewerten und evaluieren zu können. Hier ist es zum Beispiel von Bedeutung, zu wissen, wie Medien funktionieren, wie Information anders aufbereitet wird, wenn sie in Form eines Filmes (und nicht als Buch) vorliegt.
  • Informatikkompetenz charakterisiert eher technische Fähigkeiten, wie die Handhabung von EDV-Geräten und Programmen. Sie ist ebenfalls Teil der Informationskompetenz, der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem technischen Verständnis eines Computers.

Informationskompetenz beinhaltet die hier aufgeführten Kompetenzen, soweit sie für die Lösung eines konkreten Informationsproblems erforderlich sind.

Doch Informationskompetenz ist ein Schnittfeld von den verschiedensten Kompetenzen. Deswegen gibt es noch weitere Fähigkeiten bzw. Kompetenzen, die sich (wenn auch nur minimal) mit der Informationskompetenz überschneiden:

1.    Technische Kompetenz, d. h. für die verschiedenen Kommunikationsmedien erforderliches technisches Wissen (als Weiterführung der sog. computer literacy) - z.B. zu wissen, wie man das Internet und spezielle Programme bedient etc.

2.    Kulturelle Kompetenz, d. h. Wissen um kulturspezifische Besonderheiten (Kultur im Sinne unterschiedlicher Wissenschaftskulturen) - z.B. zu wissen, dass bestimmte Wissenschaftskulturen stärker im Internet publizieren, während das in anderen Kulturen eher die Ausnahme darstellt und die eigene Recherche daran ausrichten.

3.    Kommunikative Kompetenz, d. h. Wissen um Verfügbarkeit und Funktion der digitalen Kommunikationsmedien der Wissenskommunikation.

4.    Soziale und organisationsbezogene Kompetenz.

5.    Sprachliche Kompetenz, insbesondere im Bereich der Informationserschließung notwendiges sprachliches Wissen - z.B. zu wissen, welche Synonyme, Homonyme etc. es für einen Begriff gibt, um die Suche stärker eingrenzen zu können.