Baustein V: Recherchieren in regionalen und überregionalen Katalogen

Fast jede Bibliothek hat ihren eigenen elektronischen Katalog, der meist über die Homepage frei zugänglich ist. Wenn Sie in der Universitätsbibliothek nichts finden, können Sie auch andere Bibliotheken ausprobieren, z.B. die Fachhochschulbibliothek Augsburg/Regensburg, die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg/Regensburg oder die Ihres Heimatortes.

Sehen Sie sich dazu zuerst das Video an, in dem die Relevanz der nachfolgenden Kapitel für Ihren Studienalltag aufgezeigt wird.

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"Dein Studienalltag Teil 2" produziert von Tanja Kranawetleitner, Julia Röhrich und Stefanie Erhard

Dauer des Kapitels: Ca. 100 min.

1. Gateway Bayern

Der Gateway Bayern ist der Katalog des Bibliotheksverbundes Bayern (BVB). Dieser Katalog enthält über 16 Millionen Titeldaten der am BVB beteiligten wissenschaftlichen Bibliotheken und die Nachweise, welche Einrichtung welches Medium besitzt (Bestandsnachweis). Sie setzen Ihre Suche im Gateway Bayern fort, wenn Sie im OPAC der UB Augsburg/Regensburg nichts gefunden haben oder mehr Literatur zu einem Thema finden möchten. Im Unterschied zum OPAC verzeichnet der Gateway Bayern auch Aufsätze, d.h. Sie können nach Verfassern und Titel von Aufsätzen suchen und müssen hier nicht den Titel der Zeitschrift, in dem der Aufsatz erschienen ist, wissen.

Den Gateway Bayern können Sie über zwei Wege aufrufen:

  1. Sie können den Gateway direkt aufrufen
  2. Sie können bei Ihrer Suche im OPAC die Datenbank des Gateway Bayern einbinden (Funktion Datenbank-Auswahl)

 

1. Wenn Sie den Gateway Bayern direkt aufrufen:

Im Gateway Bayern können Sie zwischen „Einfacher Suche" und „Erweiterter Suche" wählen. Die einfache Suche bietet Ihnen nur ein Suchfeld ohne Beschreibung. Dieses Suchfeld entspricht der „Freien Suche" im OPAC, also der Suche über alle Felder.

Die erweiterte Suche bietet Ihnen die drei Suchfelder „Titel(wörter)", „Verfasser" und „Schlagwort". Sie haben wie im OPAC die Möglichkeit, andere Suchfelder einzustellen und Ihre Treffer nach der Recherche mit Filtern weiter einzuschränken. Aufsätze finden Sie, indem Sie bei "Suche eingrenzen" auf "nur Dokumente/Medien eines Typs" gehen und "Aufsatz" auswählen.

Gateway Bayern

(Zum Vergrößern auf die Vorschau klicken)

2. Wenn Sie den Gateway Bayern über den OPAC auswählen:

Wählen Sie dazu unter "Datenbank-Auswahl" den Katalog Gateway Bayern mit aus. Dadurch wird nicht nur der OPAC nach brauchbaren Quellen durchsucht, sondern auch auf die Datenbank des Gateway zugegriffen. Nicht angezeigt werden allerdings Treffer aus der BVB-Aufsatzdatenbank.
Dass es sich bei einem Treffer um einen Aufsatz aus der Bayerischen Bibliographie handelt, können Sie in der Trefferübersicht nicht erkennen. Sie sehen dies erst in der Vollanzeige unter "mehr zum Dokument" (Kategorien Titel des Aufsatzes, Aufsatzautor).

Wenn Sie unter "Datenbank-Auswahl" die BVB-Aufsatzdatenbank mit auswählen, wird diese auch durchsucht. Diese Funktion können Sie aber nur nutzen, wenn Sie im OPAC eingeloggt sind.

Zum Vergrößern auf die Vorschau klicken:

Augsburger OPACRegensburger Katalog
Fernleihe OPAC Augsburg

 

Fernleihe Regensburger Katalgo

Mehr Informationen über den Gateway Bayern erhalten Sie in diesem Video:
(Dauer: 3:20 min.)

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"Gateway Bayern" produziert von Tanja Kranawetleitner und Julia Röhrich.

2. KVK

Der Karlsruher Virtuelle Katalog (KVK) ist ein Metakatalog, mit dem Sie gleichzeitig in Bibliotheks- und Buchhandelskatalogen deutschland- und weltweit suchen können. Bei einer Recherche im KVK erhalten Sie Nachweise von mehr als 500 Millionen Büchern und Zeitschriften. Sie benutzen den KVK, wenn Sie im Gateway Bayern nicht fündig geworden sind oder noch mehr Literatur zu Ihrem Thema finden wollen.

KVK

Der KVK ist mit seinen Suchmöglichkeiten weniger komfortabel als die anderen vorgestellten Kataloge, da er die Anfragen nur an andere Kataloge weitergibt. Er kann daher nur die Felder abfragen, die es in allen Katalogen gibt, d.h. er beschränkt sich auf den 'kleinsten gemeinsamen Nenner'.

Nach der Eingabe Ihrer Suchanfrage müssen Sie noch die Kataloge anhaken, die Sie durchsuchen möchten. Die Ergebnisse werden getrennt nach den einzelnen durchsuchten Katalogen aufgelistet. Ein Klick auf einen der Kurztitel führt Sie zur Vollanzeige des ausgewählten Katalogs. Um Ihnen die Literatur zu beschaffen, müssen Sie eine Fernleihe aufgeben, unabhängig davon, ob diese in Bayern vorhanden ist oder nicht.

Bei der Suchanfrage sollten Sie bedenken, dass Sie unterschiedliche Schreibweise ausprobieren, z. B. keine Umlaute benutzen, da der KVK lediglich als Metasuchmaschine in anderen Suchmaschinen sucht, die wiederum mit unterschiedlichen Schreibweisen arbeiten könnten (z.B. Mueller oder Müller).

Weitere Informationen zum Umgang mit diesem Katalog finden Sie auch auf den Hilfeseiten des KVK.

3. Elektronische Datenbanken

Wie Sie in Baustein III gelesen haben, sind Bibliografien Verzeichnisse, die Veröffentlichungen unabhängig von ihrem Vorhandensein an einem bestimmten Ort nachweisen. Sie verzeichnen selbstständige oder unselbstständige Literatur. Mit ihrer Hilfe können Sie feststellen, welche Literatur von einem Autor oder zu einem Thema innerhalb eines bestimmten Zeitraumes veröffentlicht wurde. Für eine umfassende Recherche ist es notwendig, mehrere Bibliografien zu benutzen, um einen möglichst vollständigen Überblick über die vorhandene Literatur zu erhalten. Sie können für Ihre Recherche gedruckte oder elektronische Bibliografien nutzen.

Gedruckte Bibliografien

Die Nachweise der Literatur sind in gedruckten Bibliografien systematisch nach bestimmten Merkmalen geordnet. Beispielsweise werden Werke alphabetisch nach Autoren aufgelistet. Da aber nicht vorausgesetzt werden kann, dass der Autor bekannt ist, gibt es weitere Zugänge über verschiedene Verzeichnisse, sog. Register: Ein alphabetisches und ein chronologisches Titel- sowie ein Personenregister. Andere Bibliografien bieten auch Sachregister an, d.h. einen thematischen/fachlichen Zugang zu den einzelnen Werken. Jede Bibliografie hat ihre eigenen Auswahlkriterien, Anordnungen und Register. Mehr Informationen finden Sie i.d.R. am Anfang in den Erläuterungen zur Benutzung der Bibliografie.

Elektronische Bibliografien

Elektronischen Bibliografien sind in der Benutzung einfacher. Die bibliografischen Nachweise sind in einer Datenbank gespeichert und Sie können über verschiedene Suchfelder auf die Daten zugreifen.

Die Suchmöglichkeiten und Oberflächen unterscheiden sich von Datenbank zu Datenbank, aber Sie können i.d.R. immer nach Titel, Autor oder Schlagwort suchen. Die meisten Datenbanken bieten außerdem umfangreiche Hilfetexte an, die Ihnen bei der Recherche helfen. Die Ergebnisse Ihrer Recherche werden Ihnen normalerweise wie im OPAC als Trefferliste mit bibliografischen Nachweisen präsentiert. Zusätzlich zu Autor, Titel und Erscheinungsjahr erhalten Sie oft eine kurze Inhaltsbeschreibung. Wichtig für Sie sind vor allem alle Angaben zur Quelle, in welcher der Aufsatz erschienen ist, d.h. auch die Seitenzahlen. Das sieht dann z.B. so aus:

Höflich, J. R & Rössler, P. (2001). Mobile schriftliche Kommunikation - oder: E-Mail für das Handy. Die Bedeutung elektronischer Kurznachrichten (Short Message Service) am Beispiel jugendlicher Handynutzer. Medien & Kommunikationswissenschaft, 49 (2001), 4, 437-461.

Quelle des Beitrags ist die Zeitschrift "Medien & Kommunikationswissenschaft". Nach dieser Zeitschrift und dem entsprechenden Jahrgang (Jg. 49) können Sie anschließend im OPAC suchen. Wenn Sie das richtige Heft (H. 4) gefunden haben, können Sie den gewünschten Aufsatz suchen (S. 437 - 461).

Einige Datenbanken bieten Ihnen eine sehr praktische Zusatzfunktion, den Linkservice SFX. Ihn erkennen Sie an diesen Buttons  sfx oder sfx

Wenn Sie darauf klicken,  können Sie direkt überprüfen, ob der recherchierte Titel an Ihrer Heimatbibliothek vorhanden ist, ggf. werden Sie direkt zum elektronischen Volltext weitergeleitet (siehe Abbildung - zum Vergrößern auf die Vorschau klicken). Sehen Sie sich dazu auch das Tutorial der Uni Regensburg oder das SFX-Tutorial der Uni Augsburg an.

Fernleihe aus elektronischen Bibliografien

3.1 Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB)

Die EZB ist ein Verzeichnis von wissenschaftlichen elektronischen Zeitschriften. Sie wurde von der Universitätsbibliothek Regensburg entwickelt und ist seit 1997 online. Sie bietet den Bibliotheken und ihren Benutzern eine einheitliche Oberfläche für den Zugang zu elektronischen Volltextzeitschriften. Hier sind alle Zeitschriften verzeichnet, die entweder frei zugänglich im Internet sind oder von einer der teilnehmenden Bibliotheken (und das sind inzwischen die meisten großen wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland, ca. 500) lizenziert (d.h. für die eine Lizenz erworben wurde) wurden. Die EZB enthält derzeit etwa 44.400 Titel, davon sind ca. 5.500 reine Online-Zeitschriften und ca. 21.800 frei zugängliche Online-Zeitschriften. Die elektronische Zeitschriftenbibliothek ist mit dem OPAC verknüpft.

Sie haben also auch hier - wie beim Gateway Bayern - zwei Möglichkeiten:

1.    Sie können bei der EZB direkt suchen.

2.    Sie können die EZB über den OPAC durchsuchen.

Direkte Suche in der EZB

1. Wenn Sie direkt in der EZB suchen.

In der EZB ist keine Suche nach Aufsätzen möglich, sondern Sie suchen nur nach den Zeitschriften. In der EZB können Sie entweder nach einem bestimmten Titel suchen oder sich eine alphabetische bzw. nach Fächern sortierte Liste aller Zeitschriften anzeigen lassen.

Wenn Sie in Regensburg studieren, kommen Sie zur EZB über den Link Digitale Bibliothek. Wenn Sie in Augsburg studieren, kommen Sie zur EZB über die Startseite der Bibliothek .

Auf der Startseite wählen Sie bei der gelben Ampel zuerst die Ihre Universitätsbibliothek (Augsburg/Regensburg) aus. Damit erkennen Sie, ob Ihre Bibliothek Ihnen einen Zugriff zum Volltext anbietet.

  • Grün bedeutet, dass die Zeitschrift frei im Internet zugänglich ist. Sie erhalten auch von zu Hause aus Zugang zum Volltext.
  • Gelb heißt, dass die Zeitschrift kostenpflichtig ist, die UB aber eine Lizenz dafür besitzt. Von den PCs der Uni oder wenn Sie von zu Hause aus mit Ihrer RZ-Kennung in das Universitätsnetz eingewählt sind, haben Sie Zugriff auf den Volltext.
  • Rot bedeutet, dass die UB keine Lizenz hat. Sie sollten überprüfen, ob es an Ihrer UB eine Druckausgabe gibt. Ist dies nicht der Fall, können Sie den benötigten Aufsatz immer noch per Fernleihe bestellen.
  • Manchmal gibt es auch eine gelb-rote Ampel. Dann hat die UB nur einige Jahrgänge, aber nicht die ganze Zeitschrift lizenziert.

Die hinter der EZB liegende Datenbank wird zentral von der Universitätsbibliothek Regensburg verwaltet, jedoch sieht die Benutzeroberfläche für jede Universitätsbibliothek etwas anders aus - Der Name der Universitätsbibliothek ist anders und auch die Zugangsrechte. So kann es z.B. sein, dass die UB Regensburg die Nutzungsrechte für eine medizinische Zeitschrift erworben hat und somit alle Studierenden der Universität Regensburg Zugang haben, während in Augsburg, wo es keinen Medizin-Studiengang gibt, die Lizenz nicht erworben wurde und deswegen eine rote Ampel zu sehen ist.

Verfügbare ZEitschriften

 

Wenn Sie die EZB direkt nutzen, haben Sie zwei Möglichkeiten für Ihre Suche: Über Fachgebiete oder über Zeitschriftennamen. Wenn Sie bereits verschiedene, renommierte Zeitschriften in Ihrem Fachgebiet kennen oder nach einer bestimmten Quelle suchen, bietet es sich an, die Suche über die Zeitschriftennamen zu beginnen. Sollten Sie jedoch noch kein genaues Bild vor Augen haben, bietet sich eher die Suche über Fachgebiete an, die voreingestellt ist. Hier sollten Sie sich ruhig Zeit nehmen und etwas herumstöbern. Die EZB verzeichnet zurzeit über 40 Fachgebiete.

Wie Sie in der EZB suchen, zeigt Ihnen das Tutorial der UB Regensburg oder auch das Tutorial der UB Augsburg.

Um das bisher Gehörte noch einmal zu wiederholen, können Sie sich das Einführungstutorialansehen.

Suche über den OPAC

2. Wenn Sie die EZB über den OPAC durchsuchen

Wenn Sie auf der Startseite im Regensburger Katalog unter dem Reiter „Suche eingrenzen nach" bei Erscheinungsform Zeitschriften auswählen, durchsucht der OPAC die EZB. Wenn Sie auf der Startseite des Augsburger OPACs unter dem Reiter „Suche eingrenzen" bei „besondere Medientypen" Zeitschriften auswählen, durchsucht der OPAC die EZB.

Wenn Sie also bei der Suche einen Treffer bekommen, gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Die UB besitzt sowohl eine gedruckte als auch eine elektronische Version der Zeitschrift. In diesem Fall bekommen Sie bei der Titelrecherche zwei Ergebnisse. Einmal den Katalogeintrag für die Druckversion und einmal für die elektronische Version. Sie erkennen sie ganz einfach an den Symbolen. Bücher für die gedruckte, einen PC für die elektronische Version. Sie können sich aussuchen, was Ihnen lieber ist.
  2. Die UB besitzt eine gedruckte, aber keine elektronische Version der Zeitschrift, obwohl diese vom Verlag angeboten wird. Sie haben dann keinen Zugriff auf den elektronischen Volltext, können aber das Inhaltsverzeichnis und den Abstract lesen. Danach müssen Sie mit der Signatur ans Regal um den Zeitschriftenband herauszusuchen, der den benötigten Aufsatz enthält.
  3. Die UB besitzt nur eine elektronische Version. Sie bekommen den Text also nur in elektronischer Form (und Sie können ihn auf Ihrem USB-Stick bzw. Rechner speichern bzw. ausdrucken).

Zeitschriftensuche über den OPAC

Wenn Sie auf Volltext-Link klicken, kommen Sie zur EZB mit Anzeige der Zugriffsrechte (s. Ampelsystem).

Es sind aber nicht nur Zeitschriften online verfügbar. Auch andere wissenschaftliche Publikationen, z.B. Diplomarbeiten oder Dissertationen, werden immer häufiger mit ihrem gesamten Text online gestellt. Für ihre eigenen Publikationen haben viele Universitäten sogenannte Dokumentenserver eingerichtet. Der Dokumentenserver der Universität Augsburg ist der

Online-Publikations-Server OPUS

OPUS ist ein Volltextserver, auf dem Mitglieder der Universität wissenschaftliche Arbeiten veröffentlichen können (Regensburg; Augsburg). Sehr beliebt ist der Server z.B. für Dissertationen, da sich die Doktoranden so das kostspielige Drucken sparen. Alle Dokumente können auch über den OPAC recherchiert und im Volltext eingesehen werden. Die OPUS-Software wird auch von zahlreichen anderen wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland benutzt. Deren Dokumente sind leider nicht im OPAC verzeichnet, aber Sie können sie über die OPUS-Metasuche recherchieren. Mehr Informationen und Zugang zur Recherche gibt es auf den Hilfeseiten von OPUS (Augsburg; Regensburg). Außerdem gibt es in Regensburg den Regensburger Publikationsserver, auf dem die wissenschaftlichen Mitarbeiter ihre Publikationen (möglichst im Volltext) selbst einstellen können. Ziel ist es, über diesen Veröffentlichungsweg die Publikationen der Universität Regensburg nachzuweisen und sie im Sinne des Open Access-Gedankens zugänglich zu machen.

3.2 Datenbankinfosystem (DBIS)

Die meisten elektronischen Bibliografien sind Datenbanken, welche Sie über das Datenbank-Infosystem (DBIS) finden. DBIS ist über die Homepage der UB Augsburg unter „Literatur suchen" und über die Homepage der UB Regensburg über Digitale Bibliotheken > Datenbanken erreichbar.

DBIS AugsburgDBIS Regensburg
DBIS AugsburgDBIS Regensburg
DBIS wurde von der Universitätsbibliothek Regensburg entwickelt, ist seit 2002 online und wird von über 200 Bibliotheken im deutschsprachigen Raum genutzt. Auch DBIS funktioniert ähnlich wie die EZB: Jede Universitätsbibliothek hat andere Datenbanken lizenziert. Daher sieht DBIS auch in Regensburg anders aus als bspw. in Augsburg.

DBIS bietet eine nach Fächern geordnete Übersicht (und Links) zu elektronischen Datenbanken. Viele der angebotenen Datenbanken sind im Internet frei verfügbar, andere sind kostenpflichtig. Wenn man auf ein Fachgebiet klickt, so sieht man eine Übersicht an verfügbaren fachspezifischen Datenbanken. Die Übersicht enthält „TOP-Datenbanken", d.h. Datenbanken die vom Fachreferenten oder Fachvertretern als besonders gut befunden wurden.

Ähnlich wie bei der EZB gibt es ein Ampelsystem. Das Ampelsystem an der UB Augsburg unterscheidet sich jedoch von dem der UB Regensburg.

In Augsburg gibt es folgende Unterscheidungen:

Ampelsystem Augsburg

Sie erkennen die frei verfügbaren Datenbanken am grünen Punkt neben dem Titel. Andere Datenbanken sind kostenpflichtig und nicht für jeden frei zugänglich. Die Bibliothek hat für viele Lizenzen erworben und ermöglicht Ihnen so den Zugang zu sonst kostenpflichtigen Angeboten. Diese lizenzpflichtigen Datenbanken sind mit einem gelben Punkt gekennzeichnet und nur von Rechnern innerhalb des Campusnetzes erreichbar. Als Studierender der Universität Augsburg können Sie diese Datenbanken auch bequem von zu Hause aus benutzen. Sie benötigen dafür nur den VPN-Client .

Die Universitätsbibliothek Regensburg arbeitet mit einem ähnlichen System:

Ampelsystem Regensburg

Wenn Sie auf eine Datenbank klicken, erhalten Sie zuerst eine Übersicht mit Beschreibung und Hilfelinks (z.B. zu Tutorials). Wenn Sie eine Datenbank das erste Mal benutzen, sollten Sie sich die Hilfe ansehen, denn jede Datenbank verwendet etwas andere Suchsysteme.

Sehen Sie sich nun das Einführungsvideo zu DBIS an. Klicken Sie für das Video zum DBIS der Universitätsbibliothek Augsburg hier. Wenn Sie von der Universität Regensburg sind, sehen Sie sich die beiden kürzeren Tutorial Videos zum DBIS der UB Regensburg hieran.

In DBIS sind neben diesen bibliografischen Datenbanken auch eine Reihe anderer Datenbanken vorhanden, z.B. Bilddatenbanken, Firmen- und Adressverzeichnisse und Faktendatenbanken. Haben Sie Fragen zu DBIS, wenden Sie sich an einen der Informationsplätze in der Bibliothek oder sehen Sie sich die Hinweise zu DBIS an.

3.3 Artikelsuche über Gateway Bayern (BVB-Aufsatzdatenbank)

Der Gateway Bayern verfügt über eine Aufsatzdatenbank, die über 42 Millionen Titelnachweise von wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln enthält. Diese Datenbank können Sie deshalb sehr gut nutzen, um Artikel zu recherchieren. Rufen Sie dazu den Gateway Bayern auf und wählen Sie unter „Datenbank Auswahl" die BVB-Aufsatzdatenbank aus.

Wenn Sie relevante Literatur gefunden haben, können Sie unter „Orts-/Fernleihe und mehr" erfahren, wie Sie die Literatur bekommen können (siehe Abbildung - zum Vergrößern auf die Vorschau klicken). Sie können Sie in der Heimatuniversität finden oder über Fernleihe bestellen. Dabei besteht auch die Möglichkeit, den kostenpflichtigen Dokumentlieferdienst Subito zu benutzen.

Artikelsuche Gateway

Wenn Sie in dem neu geöffneten Fenster auf „Suche im lokalen Katalog" klicken, wird ihr Bibliothekskatalog durchsucht. Alternativ können Sie eine Fernleihebestellung starten.

Sie können Ihre Suche in der Aufsatzdatenbank auch über BVB-Inhaltsverzeichnisdienst starten, indem Sie Titel einer Zeitschrift eingeben oder in der alphabetischen Liste der ausgewerteten Zeitschriften suchen.

3.4 Zeitschriftendatenbank (ZDB)

Auch die Zeitschriftendatenbank (ZDB) eignet sich gut für die Recherche nach Artikeln. Die Zeitschriftendatenbank ist die weltweit größte Datenbank für Titel und Besitznachweise von gedruckten und elektronischen Zeitschriften und Zeitungen, allerdings finden Sie hier keine Aufsatztitel. Die ZDB ähnelt in diesem Sinne also der EZB. Sie erreichen die ZDB hier. Im Suchformular haben Sie - ähnlich wie beim OPAC - verschiedene Suchmöglichkeiten. Wenn Sie die gewünschte Zeitschrift gefunden haben, können Sie auf „Titeldaten" (siehe Abbildung) klicken und weitere Informationen über die Zeitschrift einholen sowie - falls vorhanden - zum Volltext gelangen.

ZDB

Unter dem Reiter "Besitznachweise" erhalten Sie eine Liste der Bibliotheken, die die Zeitschrift (in elektronischer und/oder gedruckter Form) besitzen. Wird Ihre Bibliothek in der Liste angeführt, klicken Sie darauf und Sie erhalten Angaben zur Signatur und zur Verfügbarkeit über Fernleihe.

Eine ausführlichere Erklärung zur Suche in der Zeitschriftendatenbank finden Sie hier:
(Dauer: 2:21 min.)

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"ZDB" produziert von Tanja Kranawetleitner und Julia Röhrich.

4. Recherche im Internet

Das Internet ist eine wichtige Informationsquelle, in der Sie eine Fülle an Informationen finden können. Es besteht aus einer riesigen Anzahl von Websites, die mit Hilfe von Suchmaschinen wie z.B. Google, Bing oder Yahoo schnell und leicht durchsucht werden können. In diesem Kapitel werden Sie sehen, welche Internetangebote für Ihre Recherche hilfreich sind und wie Sie am effektivsten damit umgehen.

Im Internet finden Sie Frequently Asked Questions (FAQs), Definitionen, Enzyklopädien, Statistiken, Ideen, Karten, Videos, E-Books und E-Journals, Bibliothekskataloge, Weblogs, Wikis und Mailinglisten. Sie werden konfrontiert mit sehr aktuellen und veralteten, richtigen und falschen Informationen zu allen möglichen Themen. Sie suchen im Internet nach Musik, Filmen, Nachrichten, buchen vielleicht Reisen und schreiben E-Mails aber:

Eignet sich das Internet auch für die Suche nach wissenschaftlichen Informationen?

Zur Beantwortung dieser Frage sollte man zunächst die Unterschiede zwischen den Informationen, die Sie im Internet finden und den Informationen, die Sie in den klassischen Publikationsformen wie Monografien oder Sammelwerken finden, betrachten.

Internet Klassische Publikationsformen
Jeder kann im Internet veröffentlichen Nicht jeder kann dort veröffentlichen
Es gibt keine Qualitätskontrolle Es findet eine Qualitätskontrolle statt.
Es gibt keine Ordnung

Es gibt eine Ordnung.


Für die klassischen Publikationsformen findet vor der Veröffentlichung ein Selektionsprozess statt, der i.d.R. auch eine Qualitätskontrolle bedeutet: Ein Verlag, ein Herausgebergremium oder eine andere Instanz entscheidet anhand inhaltlicher Kriterien, ob etwas publiziert werden darf oder nicht. Dieser Selektionsprozess entfällt bei zahlreichen der frei im Internet verfügbaren Websites: Jeder, der das technische Wissen (Programmierkenntnisse) und die Voraussetzungen (bspw. Speicherplatz) dafür besitzt, kann im Internet publizieren. Das bedeutet, dass die Qualität und Verlässlichkeit der im Internet gefundenen Informationen deutlich kritischer hinterfragt werden muss.

Was müssen Sie bei der Recherche im Internet beachten?

Sie können im Internet durchaus viele gute und qualitativ hochwertige Informationen finden, auf die Sie auch noch schnell und kostenlos zugreifen können. Parallel dazu gibt es auch viele Informationen, die von geringer Qualität oder sogar komplett falsch sind. Behalten Sie immer im Hinterkopf, dass Sie den Informationen aus dem Internet nicht blind vertrauen können: Hinterfragen Sie sie kritisch (mehr zu diesem Thema finden Sie in Baustein VII, Kapitel 3 „Bewertungskriterien für Internetquellen"). Daher sollte das Internet nie Ihre einzige Informationsquelle sein. In Kombination mit anderen Informationsmitteln und einem kritischen Blick spricht jedoch nichts dagegen, das Internet für Ihre Recherche zu nutzen.

Im Folgenden erfahren Sie, worauf Sie bei der Recherche achten sollten und wie Sie den besten Nutzen aus den Internetangeboten ziehen.

4.1 Suchmaschinen

Sie beginnen Ihre Suche nach Informationen i.d.R. über eine Suchmaschine und höchstwahrscheinlich ist diese Google, eine allgemeine Suchmaschine. Diese findet die Dokumente im Internet mit Hilfe einer Software (Webcrawler). Die gesammelten Informationen werden als Index in einer Datenbank abgelegt. Stellen Sie nun eine Suchanfrage, wird nicht das Web, sondern der Index durchsucht und dessen Ergebnisse ausgegeben. Diese Treffer werden in einer bestimmten Reihenfolge angezeigt, d.h. nach einem Ranking. Dieses wird von verschiedenen Kriterien bestimmt: Z.B. das Vorkommen des Suchbegriffs an bestimmten Stellen einer Webseite oder die Anzahl und Qualität der Links dieser Seite.

Für eine Recherche mit Google sprechen die Größe und die vielen Suchfunktionen, mit denen Sie Ihre Suche verbessern können sowie eine große Anzahl weiterer Dienste. Bestimmt erhalten Sie bei der Suche mit Google eine sehr hohe Anzahl von Treffern. Sie stehen dann vor der Aufgabe zu beurteilen, welche Treffer für Sie relevant sind und ob die Qualität der Treffer ausreichend für eine wissenschaftliche Arbeit ist (siehe Baustein VII, Kapitel 3 „Bewertungskriterien für Internetquellen").
Die Beispielsuche in Google zum Thema "Handynutzung bei Jugendlichen" mit den Suchbegriffen „handy" und „jugendliche" ergibt ca. 1.260.000 Treffer. Diese Treffermenge können Sie unmöglich alle durchsehen.

Um nicht von dieser riesigen Anzahl Treffer erschlagen zu werden, sollten Sie die Ergebnismenge weiter eingrenzen. Die Kunst ist, trotzdem noch das zu finden, was Sie wirklich brauchen.

Wie können Sie Ihre Suche mit Google verbessern?

Auch Google besitzt wie die Bibliothekskataloge eine erweiterte Suche mit der Sie Ihre Trefferanzahl einschränken können. Klicken Sie auf den Link und sehen Sie sich die verschiedenen Suchfelder genau an.

Google

Sie können diese und weitere Funktionen auch mit Hilfe von Operatoren nutzen.

Nützliche Tipps

Suchbegriffe: Es ist sinnvoll, die Anzahl der Treffer durch die Eingabe mehrerer Suchbegriffe einzuschränken. Überlegen Sie vorher, was Sie wissen wollen und finden Sie dazu aussagekräftige Suchbegriffe.

Logische Verknüpfungen: Die Suchbegriffe sind bei Google automatisch mit UND verknüpft. Anders als Bibliothekskataloge bewertet Google das erste Wort als das Wichtigste. Wenn Sie die Reihenfolge der Wörter umdrehen, erhalten Sie ein anderes Suchergebnis. Wollen Sie Suchbegriff eins oder Suchbegriff zwei suchen, verbinden Sie diese durch OR.

Wörter ausschließen: Ein "-" vor dem Wort schließt das Wort von der Suche aus.

Stoppwörter: Häufig vorkommende Wörter (z.B. Artikel, Präpositionen) werden bei der Suche ignoriert. Wollen Sie diese Stoppwörter integrieren, sollten Sie die Suchanfrage in Anführungszeichen, z.B. "Romeo und Julia" oder ein + genau vor das Stoppwort setzen.

Phrasensuche: Die Anführungszeichen kennzeichnen eine sog. Phrase. Es wird genau die Zeichenfolge gesucht, die sich innerhalb der Anführungszeichen befindet. Die Phrasensuche eignet sich für zusammenhängende Suchbegriffe oder die Suche nach ganzen Sätzen. Diese Methode können Sie übrigens auch bei der Recherche im OPAC oder in Datenbanken verwenden.

Platzhalter: Der Platzhalter "*" ersetzt ein ganzes Wort, nicht einen Teil oder eine Erweiterung eines Wortes.

Wortstammtechnologie: Google sucht nicht nur nach dem eingegeben Begriff, sondern auch nach ähnlichen Begriffen, z.B. einkaufen und Einkauf. Groß- und Kleinschreibung spielen dabei keine Rolle.

Google erleichtert Ihnen Ihre Recherche durch zahlreiche Suchfunktionen. Wenn Sie mehr wissen wollen, sehen Sie die Websuche-Hilfe in Google an.

Google bietet neben der Allgemeinen Suchmaschine noch weitere Recherchedienste, welche bei der Suche nach wissenschaftlicher Literatur hilfreich sein können, z.B. Google Scholar und Google Buchsuche. Auch viele andere Suchmaschinen bieten verschiedene Sucheinstiege an. So gibt es oft neben der einfachen Suche noch eine erweiterte Suche, mit der Sie gezielter recherchieren können. Wenn Sie mit einer Suchmaschine häufiger arbeiten, sollten Sie sich mit der Hilfe beschäftigen. Dort finden Sie nützliche Tipps und Tricks.

In diesem Video erhalten Sie einen kurzen Einblick in die Suche bei Google und Google Scholar:
(Dauer: 2:48 min.)

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"Google und Google Scholar" produziert von Tanja Kranawetleitner und Julia Röhrich.

Andere allgemeine Suchmaschinen sind z.B.:

Wissenschaftliche Suchmaschinen

Es gibt darüber hinaus noch weitere spezialisierte Suchmaschinen, die Ihnen bei Ihrer Recherche weiterhelfen können: Wissenschaftliche Suchmaschinen

Die spezialisierten Suchmaschinen durchsuchen nur bestimmte Bereiche im Internet, bspw. Seiten von Universitäten oder Websites, die sich mit einem bestimmten Thema beschäftigen. Wissenschaftliche spezialisierte Suchmaschinen sind z.B.

Beispielsuche in BASE: handy jugendliche

Die Suche ergibt 6067 Treffer. Das sind weit weniger als bei Google, aber die Ergebnisse stammen aus wissenschaftlichen Internetquellen. Sie können bei dieser wie auch den anderen spezialisierten Suchmaschinen davon ausgehen, dass die Qualität der gefundenen Ergebnisse höher ist als bei einer allgemeinen Suchmaschine, die alle Arten von Webseiten berücksichtigt.

Metasuchmaschinen

Metasuchmaschinen haben keine eigene Datenbank, die sie durchsuchen. Sie reichen die eingegebene Suchanfrage an verschiedene Suchmaschinen weiter und geben anschließend die gefundenen Treffer in einer eigenen Ergebnisliste aus. Metasuchmaschinen sind gut geeignet für sehr spezielle Suchanfragen. Sie suchen in mehreren Suchmaschinen gleichzeitig und erhöhen so ihre Trefferanzahl. Die Metasuchmaschine kann allerdings nur so suchen, wie es in den einzelnen Suchmaschinen möglich ist, d.h. ihre Möglichkeiten zur gezielten Recherche sind eingeschränkter als bei der Suche in einer allgemeinen Suchmaschine.

Metasuchmaschinen sind z.B.:

Webkataloge / Verzeichnisse

Bei Webkatalogen werden die Linksammlungen intellektuell zusammengestellt. Im Gegensatz zu den Suchmaschinen, deren Index automatisch von einer Software aufgebaut wird, sind hier Menschen am Werk. Diese Verzeichnisse sind i.d.R. nach Kategorien geordnet und eignen sich besonders für eine Einstiegsrecherche. Wenn Sie noch nicht genau wissen, was Sie suchen, in den Verzeichnissen können Sie anhand der Kategorien gut stöbern.

Verzeichnisse sind z.B.:

Suchmaschinen-Verzeichnisse

Sie können auch verschiedene Verzeichnisse nutzen, um sich die passenden Suchmaschinen für Ihre Anfrage herauszusuchen. Einige Beispiele:

Was erfassen Suchmaschinen nicht?

Trotz der großen Reichweite von Suchmaschinen gibt es viele Webseiten, die von diesen nicht erfasst werden. Sie gehören zum Teil des World Wide Web, das als "Deep Web" ("Invisible Web" oder "Hidden Web") bezeichnet wird. Es gibt verschiedene Gründe, warum Webseiten nicht von den Suchmaschinen indexiert werden und somit bei einer Suchanfrage für den Anwender auch nicht auffindbar sind. Teilweise sind die Suchmaschinen (noch) technisch überfordert, teilweise wurden bewusst Einstellungen vorgenommen, um eine Indexierung durch Suchmaschinen zu vermeiden.

Zum Deep Web gehören Webseiten,

  • deren Inhalt erst bei einer Suchanfrage dynamisch aus einer Datenbank erstellt wird.
  • die durch Zugangsbeschränkungen geschützt werden, z.B. Seiten im Intranet, Seiten mit Zugang nur für bestimmte IP-Adressen sowie Seiten, bei denen der Schutz vor Indizierung vom Webmaster eingestellt wurde.
  • für die man sich identifizieren (einloggen) muss, z.B. bei Fachdatenbanken.
  • die aus technischen Gründen nicht indexiert werden können. Grafiken, Musik und Filme bspw. können nur durch dazugehörigen Text indexiert werden. Fehlt der Text, kann die Suchmaschine diese Informationen nicht erfassen.


Im Deep Web verbergen sich jedoch viele Inhalte, die für Ihre Recherche sehr interessant sein können. Über die UB haben Sie Zugriff auf einen Teil des Deep Web, nämlich die Fachdatenbanken (über DBIS).

Sie sehen, es gibt im Internet mehr Informationen als von einer Suchmaschine gefunden werden kann.

Tipp: Benutzen Sie für eine professionelle Recherche nicht nur eine Suchmaschine und nutzen Sie das Potential der Suchmaschinen aus, um ein optimales Suchergebnis zu erzielen. Betrachten Sie  Ihre Suchergebnisse immer kritisch und bedenken Sie, dass selbst eine so große Suchmaschine wie Google nur einen kleinen Teil des Internets absucht. Nutzen Sie auch die anderen Möglichkeiten, die Sie haben, um Informationen aus dem Internet zu bekommen.

4.2 Wikipedia

In den letzten Jahren ist mit Wikipedia ein umfangreiches, frei zugängliches Nachschlagewerk im Internet entstanden. Die Qualität und Verlässlichkeit der Inhalte in Wikipedia wird immer wieder kontrovers diskutiert. Sie sollten sich deshalb die Vor- und Nachteile von Wikipedia gegenüber den traditionellen Enzyklopädien wie dem Brockhaus und der Encyclopaedia Britannica immer wieder bewusst machen.

Wikipedia Brockhaus / Encyclopaedia
Britannica print
Brockhaus / Encyclopaedia
Britannica online
Zugänglichkeit Jederzeit von
jedem Computer
aus erreichbar,
kostenlos
Gedruckt in der Bibliothek
vorhanden, Zugriff
nicht gleichzeitig und nur
während der Öffnungszeiten
der Bibliothek
Gebührenpflichtig, bzw.
nur teilweise kostenlos
(kostenloser Zugang wird
von der Bibliothek angeboten)
Autoren Jeder kann mitschreiben,
Qualität
wird bedingt
geprüft
Von Fachleuten geschrieben,
geprüfte Qualität
Von Fachleuten geschrieben,
geprüfte Qualität
Aktualität Sehr aktuell

Nicht topaktuell,
Veröffentlichungsprozess
dauert lange

Sehr aktuell
Platz Es sind längere
Artikel möglich,
Speicherplatz ist
nicht begrenzt
Platz für Artikel ist begrenzt Es sind längere
Artikel möglich,
Speicherplatz ist
nicht begrenzt

 

Die Wikipedia ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem jeder mitarbeiten kann. Die Qualität der einzelnen Artikel hängt stark von den jeweiligen Autoren ab, die aber häufig nicht namentlich bekannt sind. Die Mitarbeit und wechselseitige Korrektur kompetenter Autoren kann zu einem guten Artikel führen. Die Qualität ist aber nicht generell gesichert. Ihre Suche kann auch unterschiedliche Ergebnisse bringen, wenn Sie die Suchsprache wechseln.

Auch bei als gut bewerteten Beiträgen ist ein kritischer Blick unerlässlich. Die Artikel traditioneller Enzyklopädien dagegen werden von ausgewiesenen Spezialisten verfasst, wodurch die Qualität als gesichert gelten kann. Unter Umständen ist ein Wikipedia-Eintrag jedoch ein guter Einstieg in die Recherche, da oft weiterführende Links sowie Literaturhinweise angeboten werden.

Da die Autoren in der Regel nicht namentlich bekannt sind und die Artikel sich jederzeit verändern können sind Wikipedia-Artikel außerdem nicht zitierfähig!

4.3 Google Books

Google Buchsuche bietet eine gute Möglichkeit, sich vorab einen Eindruck über eine Quelle zu verschaffen. Google hat systematisch Ausschnitte aus Büchern eingescannt und sie online verfügbar gemacht. Auch hier ist es empfehlenswert, die erweiterte Suchfunktion zu nutzen, da Sie so ihre Suchergebnisse besser spezifizieren können.

Allerdings sind Google Books im strengen Sinn nicht zitierfähig, da nur Ausschnitte der Bücher zur Verfügung gestellt werden und das Wissen aus dem Zusammenhang gerissen wird. Wenn möglich, beschaffen Sie sich daher bitte die Originalquelle und zitieren Sie diese.

4.4 Weitere Informationsmittel im Internet

In diesem Kapitel lernen Sie weitere Informationsmittel im Internet, wie beispielsweise Fachportale, Foren oder Wikis kennen. Die Tabelle gibt Ihnen einen kurzen Überblick darüber, was die verschiedenen Informationosmittel können. Zum Vergrößern auf die Vorschau klicken.

Funktionen von Informationsmitteln

Biografische Datenbanken

Wenn Sie auf der Suche nach Informationen über Personen sind, sind biografische Datenbanken hilfreich. Biografische Datenbanken finden Sie in DBIS unter dem Fachgebiet „Allgemein/Fachübergreifend" in der Rubrik „Biografische Datenbank". Diese Datenbanken unterscheiden sich durch ihre Auswahlkriterien, z.B. Zeitraum, Personenkreis oder Region. Hier zwei Beispiele:

Munzinger Archiv

Das Archiv enthält mehrere Nachschlagewerke, u.a. das Internationale Biographische Archiv, welches über 26.000 Biografien von Personen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur verzeichnet.

World Biographical Information System Online (WBIS Online)

WBIS Online stellt biografische Kurzinformationen zu mehr als 5 Millionen Personen vom 8. Jahrhundert bis in die Gegenwart zur Verfügung. Es umfasst eine Vielzahl einzelner Nachschlagewerke.

Fachportale

Fachportale sind einen guter Einstieg für die Recherche nach wissenschaftlicher Information. Für einzelne Fachgebiete gibt es bereits Virtuelle Fachbibliotheken. Dort können Sie nach gedruckten und elektronischen Quellen Ihres Faches recherchieren. Außerdem erhalten Sie dort häufig auch zusätzliche Informationen wie News, Tagungshinweise u.ä.

Die virtuellen Fachbibliotheken werden meist durch Sondersammelgebietsbibliotheken verwaltet, d.h. durch Bibliotheken, die schwerpunktmäßig ein Fachgebiet möglichst umfassend betreuen. Informationen und Zugang zu diesen Bibliotheken bekommen Sie über Webis .

Links zu Fachportalen finden Sie auch auf der Homepage der UB Augsburg unter „Informationen zu einzelnen Fächern" . Dort haben die Fachreferenten neben allgemeinen Informationen zu den Fächern auch empfehlenswerte Internetquellen zusammengestellt. In der UB Regensburg finden Sie die Informationen über die Seiten der einzelnen Teilbibliotheken hier.

Foren

Foren dienen dem Austausch und der Archivierung von Ideen, Gedanken, Meinungen und Erfahrungen. Da Forenbeiträge häufig nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, sondern auf persönlichen Meinungen, sollte mit den Inhalten kritisch und vorsichtig umgegangen werden. Foren widmen sich häufig bestimmten Inhalten und sind normalerweise in verschiedene Themenbereiche untergliedert. Die Teilnehmer hinterlassen Diskussionsbeiträge, die von anderen Teilnehmern kommentiert und beantwortet werden können. Es gibt verschiedene Arten von Internetforen, die sich hinsichtlich der technischen Realisierung und der Art der Kommunikation unterscheiden:

  • Webforen: Internetforen erreichen Sie über eine Website. Sie erfordern meist eine Registrierung.
  • Mailinglisten: Der Informationsaustausch erfolgt in Form von E-Mails. Viele Listen bieten ein Archiv an, in dem man auch ältere Diskussionsstränge verfolgen kann. Um aktiv teilzunehmen, müssen Sie sich mit Ihrer eigenen E-Mail-Adresse anmelden.
  • Newsgroups: Das sind Diskussionsforen im Usenet, die nach Themen und Regionen geordnet sind. Sie müssen sich bei einem Newsserver registrieren, um die Newsgroups zu empfangen.

Mailinglisten und Newsgroups suchen:

RSS-Feeds

RSS steht für „really simple syndication", d.h. für eine „wirklich einfache Verbreitung" von Inhalten. Mit Hilfe von RSS können Sie aktualisierte Inhalte einer Website (z.B. News, Blogeinträge) abonnieren. Die Bereitstellung der Daten bezeichnet man auch als RSS-Feed. RSS-Feeds ersparen Ihnen Zeit, da Sie nicht mehr alle Websites einzeln aufrufen und selbst nach neuen Informationen suchen müssen. Sie abonnieren die RSS-Feeds, die Sie interessieren und lassen Ihnen diese Infos, z.B. Nachrichten, neue Einträge in einem Weblog oder Neuerwerbungen aus einem Katalog, einfach zuschicken.

Um die Daten zu lesen, benötigen Sie einen Feedreader. Darunter versteht man Programme, die RSS-Feeds einlesen und anzeigen. Teilweise sind sie direkt in Ihren Browser integriert, aber es gibt auch externe oder Online-Feedreader. Die Online-Angebote haben den Vorteil, dass Sie von überall darauf zugreifen können.

Online-Feedreader:

Social Bookmarks und Linksammlungen

Linksammlungen werden von einzelnen oder verschiedenen Personen bzw. Institutionen zusammengestellt. Sie sind hinsichtlich des Umfangs ganz unterschiedlich. Beachten Sie dabei, dass die Auswahl immer subjektiv und nie vollständig ist. Auch können sich inaktive (veraltete) Links in den Sammlungen befinden. Eine moderne Form der Linksammlung sind Social Bookmarks, d.h. Lesezeichen, welche der Sammelnde mit anderen teilt. Die Bookmarks werden von verschiedenen Anbietern auf ihren Plattformen gespeichert. Dort kann man eigene Links sammeln oder in den Zusammenstellungen anderer Nutzer suchen. Die Bookmarks können kommentiert werden und werden mit Hilfe von Begriffen (tags) inhaltlich beschrieben. Sie suchen in diesen Sammlungen nach Links für die diese Begriffe (tags) verwendet wurden. Die Links, ihre Kommentierung und die Inhalte der Websites werden anders als bei Suchmaschinen nicht indiziert.

Der Vorteil ist, dass Sie auf Ihre Lesezeichen in diesen Bookmarking-Diensten rechnerunabhängig von überall aus zugreifen können. Zudem werden die Links kollektiv und öffentlich gesammelt. Sie finden durch das Stöbern in den Lesezeichen anderer Nutzer oft interessante Seiten zu einem Thema, auf die Sie sonst nicht gestoßen wären. Das Thema des Social Bookmarkings wird in Kapitel 7 noch einmal ausführlich behandelt.

Einige bekannte Bookmarkdienste:

Twitter

Twitter ist - laut der offiziellen Beschreibung auf der Homepage - ein „ein von Menschen kontrolliertes Echtzeit-Informationsnetzwerk". Das bedeutet, dass hier sehr schnell - häufig auch über mobile Endgeräte (internetfähiges Handy, i-Phone) - Informationen veröffentlicht und verbreitet werden. Sie haben die Möglichkeit, über ihren Twitter-Account Persönlichkeiten (z.B. Professoren) oder Institutionen (z.B. Institute, Forschungseinrichtungen), die einen Twitter-Account haben, zu „folgen" und durch ihre Tweets auf interessante und meist sehr aktuelle (Internet-)Quellen zu stoßen. Die Vorteile von Twitter können Sie sich auch auf diesem Video ansehen.

Weblogs

Ein Weblog oder kurz „Blog" ist ein öffentlich im Internet geführtes Tagesbuch; es kann von einer Person oder einer Gruppe betrieben werden. In Weblogs werden häufig eigene Meinungen, aber auch Berichte und Verweise auf weitere Quellen festgehalten. Weblogs können daher für die Recherche ein interessantes Informationsmittel sein, da sie sich mit verschiedenen Aspekten eines Themas auseinander setzen und weiterführende Informationen bieten. Blogs sind meist sehr aktuell und einfach zu bedienen, man muss aber berücksichtigen, dass sie fast immer sehr subjektiv sind.

Es gibt Suchmaschinen, mit denen man Weblogs suchen kann:

Websites

Websites, z.B. von Privatpersonen, Organisationen, Firmen, Verbänden oder Vereinen, können für Sie wichtige Informationen zu Ihrem Thema enthalten. Sie finden Websites durch Suchmaschinen, Linksammlungen und Bookmarkdienste oder auch durch persönliche Empfehlungen.

Wikis

Wikis ermöglichen es vielen Autoren, gemeinsam an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten. Sie werden meist für Erfahrungsaustausch und Wissenssammlung benutzt. Unter Wiki versteht man eine Sammlung von Webseiten, die mit Hilfe einer Wiki-Software verwaltet werden. Die Handhabung ist einfach gestaltet, damit jeder leicht mitarbeiten kann. Die Nutzung findet meist durch einen kleinen, eingeschränkten (d.h. nicht immer frei zugänglichem) Kreis statt, z.B. in einer Firma oder bei einem Projekt in der Uni.

Einige Beispiele:

Die Stärken der einzelnen Informationsmittel haben wir Ihnen in einer Überblickstabelle noch einmal zusammengestellt. Sie kann Ihnen bei der Entscheidung helfen, wann Sie welches Informationsmittel am besten für Ihre Recherche verwenden.

5. Zusammenfassung & weiterführende Literatur

Zusammenfassung

Nach diesem Baustein kennen Sie nun zwei weitere wichtige regionale Kataloge, Gateway Bayern und KVK, und wissen, wie man mit ihnen recherchiert. DBIS bietet einen guten, fachlich geordneten Einstieg in elektronische Datenbanken udn auch die EZB oder die ZDB sind Möglichkeiten, die Sie ab sofort für die Recherche nutzen könnnen. Das Internet bietet zudem vielfältige Ansatzpunkte für eine umfassende Recherche, die Sie nutzen können. Bedenken Sie dabei jedoch immer die Qualitätsfage von Internetquellen und wählen Sie die Informationsmittel danach aus, was das Ziel Ihrer Recherche ist. Wikipedia, Foren oder Weblogs sind nicht grundsätzlich für jede Recherche geeignet und erfordern jeweils andere Suchstrategien.

Symbol Buch Literaturtipp

Lamprecht, S. (2001). Professionelle Recherche im Internet (3., überarb. und erw. Aufl). München: Hanser.

Symbol Maus Linktipp

Werle, R. (2008). Handbuch Internet Recherche. Verfügbar unter: http://www.werle.com/intagent/.

Universitätsbibliothek Augsburg (2009). Hinweise zum Gateway Bayern. Verfügbar unter: http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/literatur_suchen/gateway_hinweise/.

Videos mit einfacher und kurzer Erklärung in englischer Sprache unter anderem zu Wikis, Twitter, Blogs, RSS und Social Bookmarking finden Sie hier:
Common Craft (2009). Common Craft Videos. Verfügbar unter: http://www.commoncraft.com/.

6. Zitierte Literatur

Petrausch, A. (2003). Cleveres suchen & finden im Netz mit der Suchmaschine Google. Sehen, verstehen, anwenden. Scheidegg Allgäu: Media Verl.-Ges. (media bookline).

Sesink, W. (2010).Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten (8. vollst. überarbeitete und aktualisierte Auflage). München: Oldenbourg.

Spoun, S.; Domnik, D. B. (2004). Erfolgreich studieren. Ein Handbuch für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler. München: Pearson Studium (WI Wissenschaftlich arbeiten).

http://www.bundesrepublik-deutschland.com/

Selbsttest-Aufgaben Baustein V

Mit Hilfe dieser Selbsttest-Aufgabe können Sie noch einmal überprüfen, ob Sie die wichtigsten Inhalte aus dem Baustein V mitgenommen haben. Versuchen Sie zuerst, die Aufgabe selbst zu lösen. Wenn Sie auf „Lösung" klicken, können Sie die Beispiellösung mit Ihrer eigenen Lösung vergleichen.

 

1. Der Gateway Bayern ist:

a. Der Katalog der Augsburger Bibliothek
b. Der Katalog des Bibliotheksverbundes Bayern
c. Der Katalog der Regensburger Bibliothek

Lösung (hier klicken, um Beispiellösung angezeigt zu bekommen):

b

 

2. Welcher dieser Kataloge ist ein Metakatalog? (Mehrere Antwortmöglichkeiten können richtig sein)

a. Gateway Bayern
b. OPAC
c. KVK

Lösung (hier klicken, um Beispiellösung angezeigt zu bekommen):

a, c

 

3. Was ist ein Metakatalog? Beschreiben Sie das Konzept kurz in Ihren eigenen Worten?

Lösung (hier klicken, um Beispiellösung angezeigt zu bekommen):

Ein Metakatalog verzeichnet die Bestände verschiedener Bibliotheken (und manchmal auch Buchhandlungen). Er bezieht sich also nicht nur auf den Bestand einer Bibliothek.

 

4. Was ist der Linkservice SFX? Beschreiben Sie die Funktion kurz in Ihren eigenen Worten.

Lösung (hier klicken, um Beispiellösung angezeigt zu bekommen):

SFX (special effects) ist ein Dienst, der aus einer Datenbank (Katalog) eine Weiterleitung zu elektronischen Volltexten, Katalognachweisen und Dokumentlieferdiensten ermöglicht. Er zeigt die Verfügbarkeit wissenschaftlicher Publikationen an.

 

5. Wo können Sie nach Aufsätzen und Artikeln aus Zeitschriften suchen? (Mehrere Antwortmöglichkeiten können richtig sein)

a. In der EZB
b. Im OPUS /epub
c. Im Gateway Bayern
d. In der ZDB

Lösung (hier klicken, um Beispiellösung angezeigt zu bekommen):

b, c und d.

 

6. Nennen Sie Vor- und Nachteile der Recherche im Internet.

Lösung (hier klicken, um Beispiellösung angezeigt zu bekommen):

Das Internet bietet schnellen und effizienten Zugang zu Informationen, die meist kostenlos zur verfügung stehen. Häufig kann man über Homepages von Autoren/Professoren/Institutionen auf weiterführende Literatur stoßen. Da das Internet prinzipiell jeder Person ermöglicht, etwas zu veröffentlichen, ist jedoch die Qualität der im Internet verfügbaren Informationen nicht immer gesichert. Es empfiehlt sich daher, die Qualität von Internetquellen immer zu hinterfragen und kritisch zu prüfen.

 

7. Wissenschaftliche Suchmaschinen sind:  (Mehrere Antwortmöglichkeiten können richtig sein)

a. BASE
b. Google Buchsuche
c. Google Scholar
d. Scirus
e. OAIster
f. Wikipedia

Lösung (hier klicken, um Beispiellösung angezeigt zu bekommen):

a-e.